Die clownesken Frauenfiguren der St. Galler Schauspielerin und Autorin Gardi Hutter haben seit über 40 Jahren eine globale Ausstrahlung: Rund, versponnen und zerzaust wie sie sind, werden sie in Brasilien oder Russland ebenso verstanden und geliebt wie hier bei uns. Ihre Programme wie «Die tapfere Hanna» oder «Die Souffleuse», ihre Auftritte beim Zirkus Knie, im Film «Tell» und im Fernsehen sind vielen in lebhafter Erinnerung. Über die Entstehung des vierten Solos «Die Schneiderin» erschien im Dezember 2012 der Dokumentarfilm «Gardi – Die Unendlichkeit des Spiels». Im November 2024 startete die nationale Jubiläumstour «44 Jahre, 4 Solos, 4444 Vorstellungen» und endete nach 71 ausverkauften Vorstellungen im August 2025. Ihre Frauenfigur «Hanna» ist somit in die Theater-Geschichte eingegangen. Legenden sterben aber nicht: Die Uraufführung ihrer 10. und neusten Produktion «gardiZERO» fand im Oktober 2025 in Stuttgart (D) statt, womit sie seit Januar 2026 auch in der Schweiz unterwegs ist. Der Entwicklungsprozess wurde von der Dokumentarfilmemacherin Miriam Ernst begleitet und kommt im Film «Gardi – da zero» im Herbst 2026 heraus.
Gardi Hutters zehnte Produktion ist eine Hommage an die Kraft der Verwandlung – sei es die Geburt eines neuen Lebens, die Evolution der Natur oder die ständige Veränderung in uns selbst. Mit ihrem eigensinnigen Humor und ihrer grossartigen Körperlichkeit begibt sich die
Clownerin auf eine Reise durch die Geburt der Dinge, vom ersten Zucken bis zur
kompletten Verwandlung. Der Mikrokosmos Theater wird zum kreativen - und komischem -
Makrokosmos. Mit minimalen Mitteln und maximaler Ausdruckskraft spielt sie mit den Gegensätzen von Leere und Fülle, Stillstand und Bewegung, Absurdität und Sinn.
In einer Welt, die von Chaos und ständigem Wandel geprägt ist, lädt Gardi Hutter ihr
Publikum ein, die Schönheit des Ursprungs, der Verwandlung und der Geburt zu entdecken.
Ein Fest der Fantasie: clownesk, grotesk, poetisch.
«… Es ist ein Wurf! Die Matriarchin des Schweizer Bühnenhumors dreht alle Zeiger auf Null, räumt den Raum leer und füllt das Nichts mit den Talenten, die sie hat wie wenige: Fantasie und Poesie…»
«…Ein einziges Wort wird dem Programm gerecht: Es ist göttlich! «GardiZero» ist die Genesis aller Anfänge, wie man sie auf einer Bühne – ohne Worte, ohne Requisiten, ohne Bühnenbild – noch nie gesehen hat. Hätte der Bärtige im Himmel an der Schweizer Premiere von oben zugesehen, er hätte er sich geärgert, dass er die Künstlerin nicht um Mithilfe an seinem Schöpfungsplan bat…»
«…Witz hat das, Ironie, philosophische Tiefe und rabiate Frechheit. «GardiZero» sehen - und sterben. Vor lauter Lust an der leisen Kunst, vor schierem Glück über eine subversive Welterschaffung…»
Zuger Zeitung | Haymo Empl | 19.1.2026
«…Gardi Hutter hat über Jahrzehnte eine unverwechselbare Bühnensprache entwickelt: wortlos, präzis, clownesk. In «Gardi Zero» ist diese Sprache dominant
wie eh und je – und doch kippt sie in eine andere Tonlage. Nachdenklicher. Intensiver. Tiefer. Irgendwie neu…»
«…Gardi Zero» ist eine fast schon philosophische Auseinandersetzung mit dem Nichts – jenem Zustand, der im Theater wie im Leben gern verdrängt wird. Die Bühne ist weitgehend leer, die Mittel minimal, die Ausdruckskraft maximal. Aus der scheinbaren Leere wächst Bewegung…»